Lifestyle & Clique

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Freundeskreis, Lifestyle und mehr

Vielleicht ist Deine Familie in eine andere Stadt gezogen und Du triffst in der Schule auf neue Leute. Oder Du verbringst die meiste Zeit mit Deinen Kumpels, Ihr habt extrem viel Spaß, doch niemand weiß von Deiner Hämophilie. Bestimmt wird es viele Situationen in Deinem Leben geben, in denen Du Dich fragst: „Was sage ich wann zu wem?“

Dabei stresst es oft, den möglichst optimalen Zeitpunkt zu erwischen. Und es nervt, den immer gleichen Frage-Antwort-Katalog mit neuen Bekannten durchzukauen. Doch auch wenn das Hämophilie-Outing meist mit einem Bauchgrummeln einhergeht – nur, wenn Du Dir und anderen gegenüber offen bist, kannst Du entspannt mit Deiner Erkrankung umgehen. Je selbstverständlicher Du über Deine Hämophilie sprichst, desto sicherer fühlen sich auch Deine Freunde und Bekannte bei dem Thema und sparen sich unnötiges Mitgefühl.

Wann also ist der richtige Zeitpunkt? Das kann niemand pauschal beantworten. Doch Dein eigenes Bauchgefühl wird Dir sagen, wann der Zeitpunkt gekommen ist, um Deinen Kumpels straight zu sagen: „Ich habe Hämophilie und das bedeutet dieser Umstand für mich.“

Vielleicht haben Deine Freunde noch nie oder nur ansatzweise von der Bluterkrankheit gehört und stellen viele Fragen. Natürlich musst Du nur antworten, wenn Du auch magst. Doch solltest Du Dich niemals verstellen, sondern ehrlich und ohne falsche Scham von Deinem Leben mit Hämophilie erzählen.

Manchmal kann es sein, dass ein neuer Freund nicht mit Deiner Hämophilie zurechtkommt und sich zurückzieht. Akzeptiere das einfach. Dafür wird es auch Freunde in Deinem Leben geben, die kein Problem damit haben und Dir sogar noch näherkommen. So bildet sich ein Kreis echter Freunde, auf die Du immer zählen kannst.

Junge Leute sitzen auf Steg und blicken auf Wasser

Bodystyling

Bodystyling wie Piercings und Tattoos sind hip. Dabei denkt natürlich niemand daran, wie das Tattoo wohl in 50 Jahren aussieht. Aber darum geht es uns hier auch gar nicht. Wir wollen das Thema Bodystyling aus der Hämophilie-Perspektive betrachten und mit ein paar Tipps dafür sorgen, dass Du Deinen Körperschmuck unbeschwert genießen kannst. Denn: Mit entsprechender Vorsorge ist Bodystyling kein Problem.

  • Ärztliche Beratung: Im ersten Schritt solltest Du mit Deinem Arzt im Hämophilie-Zentrum über Deinen Tattoo- oder Piercingwunsch sprechen. Dein Arzt stellt dabei niemals Deine Entscheidung infrage, sondern zeigt Dir Risiken auf und erklärt, worauf Du achten musst. Oder wusstest Du etwa schon, dass vor und nach dem Besuch im Tattoo- oder Piercingstudio eine zusätzliche Faktorgabe nötig sein kann?
  • Die richtige Körperstelle: Ob Tattoo oder Piercing, es sollten vorrangig Körperregionen gewählt werden, die schwächer durchblutet sind. Ganz und gar ungeeignet sind daher stark durchblutete Regionen wie Mund, Zunge, Brustwarzen oder Genitalien. Ein Piercing an diesen Stellen sorgt mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit für einen fetten Bluterguss oder sogar eine Blutung, die nach innen geht.
  • Das richtige Studio: Jeder, der sich tätowieren oder piercen lassen möchte, sollte sich das Studio genau anschauen. Ist es zertifiziert? Hat der Tätowierer ausreichend Erfahrung? Werden Hygienestandards eingehalten? Hilfreich kann auch sein, auf einschlägigen Internetseiten und Blogs Erfahrungsberichte von anderen Kunden zu lesen.
  • Über Deine Hämophilie aufklären: Es ist unverzichtbar, dass Du im Studio von Deiner Hämophilie berichtest. Nur so kannst Du zusammen mit dem Künstler einen Körperschmuck für die möglichen Körperstellen auswählen, der wirklich zu Dir passt. Wenn ein Atelier bei Hämophilie oder Bluterkrankheit nur ratlos mit den Schultern zuckt, solltest Du Dir ein anderes Studio suchen. Übrigens: Beinahe alle Studios lassen sich ein Papier unterzeichnen, auf dem der Kunde alle Risiken auf sich nimmt. Diese Punkte solltest Du genau lesen und immer nachfragen, wenn etwas unklar ist. Kann Dir das Studio Deine Fragen dazu nicht genau beantworten, sollte es aus Deiner Auswahl fliegen.

Stimmungswechsel

Wo liegt die Grenze zwischen mieser Laune und depressiver Verstimmung? Leider ist die Antwort darauf nicht wirklich befriedigend, denn eine solche feste Grenze gibt es nicht. Es gibt jedoch Anzeichen, an denen Du merkst, ob Du einen Stimmungsblues durchlebst oder in eine echte Depression gerutscht bist.

Eine Sache solltest Du dazu aber vorab wissen: Gerade Jungs bzw. junge Männer im Alter von 10 bis 20 Jahren sind besonders anfällig für miese Stimmung und sogar Depression. Das hat gar nichts mit Hämophilie zu tun. Stimmungsschwankungen werden in diesem Alter vor allem durch den hormonellen Umbau des Körpers verursacht und mitunter auch durch den Rollenwechsel vom Kind zum erwachsenen Mann. Diese Umbruchphase von Körper, Geist und Seele steckt voller Unsicherheiten und ist für jeden eine Herausforderung.

Stimmungsschwankungen durchlebt also jeder Jugendliche. Wie merkt man dann aber, dass sich eine miese Stimmung schon zu einer Depression entwickelt hat? Hier ein Blitztest: Die folgenden Begriffe sollten nicht öfter als zweimal die Reaktion „Ja, habe ich gerade“ auslösen: Rückzug aus dem Freundeskreis und der Familie, Appetitlosigkeit, Antriebslosigkeit, Gefühl der Hoffnungslosigkeit, Angstgefühl, Alpträume, Verwirrtheit in eigentlich bekannten Situationen.

Neben Liebeskummer sowie Sorgen über Schule und Ausbildung kann bei Hämophilie natürlich zusätzlich die Angst um die eigene Gesundheit und Zukunft hinzukommen. Manchen plagt auch der Gedanke an eine von höherer Stelle auferlegte Prüfung. Oftmals hilft es bereits, seine Gedanken mit einem vertrauten Menschen zu teilen. Es tut gut, wenn jemand einfach nur zuhört und man sich angenommen und verstanden fühlt.

Wer Anzeichen einer möglichen Depression an sich feststellt, sollte sich unbedingt professionelle Hilfe suchen. Auch das Hämophilie-Zentrum kann einen Arzt oder Psychologen empfehlen.