Lifestyle & Clique

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Über Hämophilie sprechen

Hämophilie begleitet Dich schon Dein ganzes Leben. Sicherlich wissen viele Deiner Freunde, Klassenkameraden und Lehrer darüber Bescheid. Gerade aber, wenn Du neue Leute kennenlernst, fragst Du Dich vielleicht, ob und wann Du ihnen von Deiner Blutgerinnungsstörung erzählen sollst.

Klar ist, dass Du nicht verpflichtet bist, Bekannte und Freunde über Deine Hämophilie zu informieren. Und es ist völlig in Ordnung, wenn Du einmal nicht in der Stimmung bist, häufige Fragen wie „Verblutest Du bei einer Verletzung?“ zu beantworten. Manchmal fühlst Du Dich vielleicht auch von Deiner Erkrankung ausgebremst und würdest sie am liebsten ignorieren.

Klar ist aber auch, dass die Hämophilie zu Deinem Alltag dazugehört. Je offener Du damit umgehst und je selbstverständlicher Du darüber sprichst, desto entspannter gehen auch andere mit dem Thema um. Deine Offenheit ist zudem die Basis für echte Freundschaften, bei  denen die Hämophilie schnell in den Hintergrund tritt. Und schließlich spielt auch der Sicherheitsaspekt eine Rolle. Denn sind Deine Freunde gut informiert, können sie Dir besser helfen, wenn Du Dich verletzt und Unterstützung brauchst.

Wann ist also der richtige Zeitpunkt, um über Hämophilie zu sprechen? Dann, wenn Du es für richtig hältst. Und wenn Deine Freunde noch mehr über Hämophilie wissen wollen, Du aber gerade keine Lust auf Erklärungen hast, kannst Du ihnen auch myHaemophilie.org empfehlen.

Junge Leute sitzen auf Steg und blicken auf Wasser

Tattoos und Co.

Unter bestimmten Voraussetzungen sind Tätowierungen oder Piercings auch bei Hämophilie möglich. Möchtest Du Dich stechen zu lassen, suche zuerst das Gespräch mit Deinem Hämatologen. Er wird Dich über allgemeine Risiken und Nebenwirkungen (Allergie- und Infektionsrisiko) aufklären und besprechen, was in Deiner Situation möglich ist.

Gibt Dein Arzt grünes Licht, könnt Ihr auch gleich über den richtigen Zeitpunkt sprechen. In der Regel eignet sich der Prophylaxe-Tag am besten, denn beim Stechen sollte der Spiegel des Gerinnungsfaktors ausreichend hoch sein. Frage Deinen Arzt außerdem, was Du bei einer lokalen Betäubung und der Schmerzbehandlung nach dem Stechen unbedingt beachten musst.

Gut zu wissen

  • Studios: Tattoo- und Piercing-Studio sollten seriös und hygienisch einwandfrei sein. Professionelle Studios findest Du z. B. auf den Webseiten des Vereins Deutsche Organisierte Tätowierer e.V.  und des Verbands Professioneller Piercer e.V. 
  • Volljährigkeit: Wer noch keine 18 Jahre alt ist, braucht eine Einwilligung von seinen Eltern. Manche Studios stechen grundsätzlich keine Minderjährigen.
  • Körperstellen: Wähle eine Körperregion, die schwächer durchblutet ist, um Blutergüsse oder nach innen gehende Blutungen zu vermeiden. Frage am besten Deinen Arzt nach geeigneten Stellen.
  • Aufklären: Informiere das Studio darüber, dass Du Hämophilie hast. Auch erfahrene Tätowierer und Piercer können Dich zusätzlich zum Arzt beraten, welche Körperstellen sich gut eignen.
  • Tattoo im Urlaub: Finger weg von Billig-Tattoos im Ausland – Hygienemängel und minderwertige Farben können schwere Infektionen und Allergien hervorrufen.

Weitere Tipps zum Thema Tätowierung und Hämophilie findest Du auch in unseren Expertenrat-Antworten.

Schlechte Laune oder Depression?

Jeder durchlebt mal eine Phase, in der er sich lustlos und niedergeschlagen fühlt. So kann ein belastendes Ereignis, zum Beispiel Liebeskummer oder Probleme in der Schule, auf die Stimmung schlagen. Auch der hormonelle Umbau des Körpers, der sich im Jugendalter vollzieht, verursacht manchmal Stimmungsschwankungen. Und natürlich kann auch der Alltag mit Hämophilie hin und wieder anstrengend sein und negative Gedanken hervorrufen.

Oft hilft es, über seine Gedanken mit einem guten Freund zu sprechen, der zuhört und einen versteht. Doch was ist, wenn das Stimmungstief bleibt? Wo hört schlechte Laune auf und wo fängt eine Depression an?

Eine Depression zu erkennen ist nicht immer leicht, denn sie kann verschiedene Formen annehmen. Hauptmerkmale sind eine gedrückte Stimmung, Interessensverlust und Antriebslosigkeit über mehr als zwei Wochen. Hinzukommen können zahlreiche weitere Anzeichen, etwa Konzentrations- und/oder Schlafstörungen. Hinweise auf eine Depression kann auch der Online-Selbsttest der Stiftung Deutsche Depressionshilfe liefern: Er fragt gängige Kriterien einer Depression ab und wertet die Antworten aus.

Grundsätzlich gilt: Wenn Du an Dir Zeichen einer Depression bemerkst, solltest Du Dir unbedingt professionelle Hilfe suchen. Erste Ansprechpartner können der Hausarzt oder das Hämophilie-Zentrum sein. Sie können Dir einen Psychologen oder einen Facharzt für Psychotherapie empfehlen.